Schulprogramm und Konzepte
Differenzierungskonzept
Wie Unterricht auf unterschiedliche Kinder eingeht. Stand September 2025.
Einleitung
Die Naturparkschule Prieros versteht Differenzierung als ein zentrales Element schulischer Qualitätsentwicklung und Unterrichtsgestaltung. Differenzierung soll es ermöglichen, jedem Kind – unabhängig von seinen individuellen Lernvoraussetzungen, Begabungen und Interessen – bestmögliche Lernchancen zu eröffnen. Dabei wird ein Gleichgewicht zwischen Förderung schwächerer Schüler*innen und Forderung leistungsstarker Kinder angestrebt. Diese Sichtweise entspricht den Vorgaben des Brandenburgischen Schulgesetzes (§ 4, § 51, § 59 BbgSchulG) sowie der Grundschulverordnung (§ 12 Abs. 8 GsV). Zudem knüpft das Konzept an die Leitlinien des Rahmenlehrplans für die Grundschule Brandenburg (2017) an, der die Notwendigkeit der Schülervielfalt als Normalfall betont.
Grundprinzipien der Differenzierung
- Individuelle Förderung und Forderung aller Schüler*innen.
- Besonderer Fokus auf Lesekompetenz, Problemlösefähigkeit und Selbstständigkeit.
- Teilnahme an Wettbewerben (Mathematik, Englisch, Sport, Lesen).
- Vielfältige Lernmaterialien: Arbeitsblätter, digitale Lernprogramme, Bücher, Experimente.
- Förderung von Selbststeuerung durch Wahlmöglichkeiten und eigenständige Arbeit.
Formen der inneren Differenzierung
An der Naturparkschule Prieros wird die VIN-Differenzierung (vorbereitete, individuelle, Niveau-Differenzierung) als grundlegendes Prinzip des Unterrichts verstanden. Sie trägt dazu bei, dass die Vielfalt der Lernvoraussetzungen, Begabungen und Lernwege in den Klassen berücksichtigt wird und jedes Kind nach seinen Möglichkeiten gefördert und gefordert werden kann.
- Vorbereitete Differenzierung:
Die Lehrkräfte planen den Unterricht so, dass Materialien, Aufgaben und Lernangebote in verschiedenen Schwierigkeitsstufen zur Verfügung stehen. Dies geschieht z. B. über Pflicht- und Wahlaufgaben, Sternchenaufgaben oder über zusätzliche Übungs- und Vertiefungsaufträge bzw. durch methodische Vielfalt. So wird gewährleistet, dass
sowohl Kinder mit Förderbedarf als auch leistungsstarke Schüler*innen passende Lernimpulse erhalten.
- Individuelle Differenzierung:
Sie orientiert sich an den persönlichen Lernvoraussetzungen, Interessen und Bedürfnissen einzelner Kinder sowie an Förderbedarfen und Stärken der Schüler*innen. Dies kann durch unterschiedliche Arbeitsaufträge, individuelle Förderpläne, Lernzeitangebote, zusätzliche Erklärungen oder die Wahl der Präsentationsform (z. B. Text, Bild, Vortrag) erfolgen.
- Niveau-Differenzierung:
Aufgaben werden in verschiedenen Anspruchsniveaus bzw. nach inhaltlicher Komplexität gestuft: grundlegendes Niveau (Basiskompetenzen sichern), mittleres Niveau (Anwendung, Vertiefung und Transfer) und erweitertes Niveau (herausfordernde Aufgabenstellungen für besonders leistungsstarke Schüler*innen). Dadurch wird sichergestellt, dass sowohl schwächere als auch leistungsstarke Kinder adäquat gefördert und gefordert werden. Die VIN-Differenzierung ist damit ein zentrales Instrument, um Lernmotivation und Leistungsbereitschaft zu fördern, Selbstständigkeit aufzubauen und Lernfortschritte sichtbar zu machen. Sie entspricht den Vorgaben des Rahmenlehrplans Brandenburg, der Differenzierung als durchgängiges Unterrichtsprinzip beschreibt, und ist wissenschaftlich als „Schlüsselstrategie für den Umgang mit Heterogenität“ anerkannt (vgl. Klippert 2018; Helmke 2017). Die Naturparkschule Prieros versteht Binnendifferenzierung (VIN-Differenzierung: vorbereitet – individuell – nach Niveau) als zentrales Unterrichtsprinzip. Damit wird auf die Heterogenität der Lerngruppen gezielt reagiert. Die Schülerinnen und Schüler sollen im Unterricht Lernangebote erhalten, die ihrem Leistungsstand, ihren Interessen und ihrem Lernverhalten entsprechen. Dazu gehören insbesondere:
- der Einsatz von Wochen- und Tagesplänen, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und ggf. individualisierte Aufgabenstellungen enthalten
- Werkstattarbeit und Lernen an Stationen, bei denen Kinder eigenständig zwischen Aufgaben wählen können,
- offene Unterrichtsformen (Freiarbeit, Projektarbeit), in denen Schüler*innen individuelle Schwerpunkte setzen,
- gezielte Förderstunden sowie Einzelförderung durch Fach- und Förderlehrkräfte,
- zeitlich befristete Enrichment-Angebote
- digitale Lernprogramme (z. B. Antolin, Blitzrechnen, Matheland, ANTON-App, Lernwerkstätten am PC), die adaptiv auf den Lernstand reagieren,
- kooperative Lernformen wie Partner- oder Gruppenarbeit, in denen sich leistungshomogene und leistungsheterogene Gruppen gegenseitig unterstützen.
- Lernwerkstätten für besonders leistungsstarke Schüler*innen Die VIN-Differenzierung hat dabei das Ziel, Über- und Unterforderung zu vermeiden, Motivation zu steigern und Lernprozesse zu individualisieren. Sie ermöglicht den Kindern, in ihrem eigenen Tempo zu lernen, während gleichzeitig gemeinsames Lernen in der Klassengemeinschaft erhalten bleibt.
Damit setzt die Schule zentrale Empfehlungen der Unterrichtsforschung um, wonach Binnendifferenzierung als „Schlüsselstrategie für den Umgang mit Heterogenität“ gilt (vgl. Klippert 2018; Helmke 2017).
Fachspezifische Differenzierungsmaßnahmen
Deutsch
- Texte und Arbeitsblätter in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen
- Fibel- und Sprachbuchaufgaben auf Grund- und Erweiterungsniveau
- Leseprogramme (Antolin, Lesekönig, Quiesel-Karten, Logico)
- Online-Diagnose in Klassen 2–6, Lesetests
- Individuelle Fördermappen und Lösungsmappen zur Selbstkontrolle
Mathematik
- Differenzierung über Mathematikwerke („Welt der Zahl“, „Sekundo“)
- Aufgaben nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet
- Anpassung der Aufgabenanzahl nach Leistungsvermögen
- Individuelle Förderprogramme in Klassen 2–6
- Online-Diagnose und Fördermappen in Klassen 2–6
- Digitale Programme (Blitzrechnen, Matheland) und spielerische Materialien
Sachunterricht
- Differenzierte Arbeitsaufträge (Malen, Schreiben)
- Werkstatt- und Stationsarbeit mit Aufgabenwahl
- Eigenverantwortliches Lernen durch Projektthemen (Kahoot)
Sport
Förderung durch gezielte Vorbereitung auf Wettbewerbe (z. B. „Jugend trainiert für Olympia“). Dabei werden Selbstvertrauen, Teamfähigkeit und Eigenverantwortung gestärkt. Zusätzlich bietet die Naturparkschule Prieros einen speziellen Sportunterricht an. Dieser richtet sich an Kinder mit motorischem Förderbedarf. Der Sportunterricht unterstützt die individuelle Bewegungsförderung und ist Bestandteil des schulinternen Curriculums und wird nach dem separat ausgewiesenen Sportunterrichtskonzept umgesetzt. Es geht dabei um gezielte Bewegungsförderung, der Gesundheitsprävention sowie der Stärkung motorischer Grundfähigkeiten.
Begabungsförderung – Drehtürmodell
Besonders leistungsstarke Schüler*innen werden durch das Drehtürmodell gefordert. Sie erhalten die Möglichkeit stundenweise den Klassenverband zu verlassen, um am
Unterricht höherer Jahrgänge teilzunehmen oder an Enrichment-Angeboten mitzuwirken.
- Teilnahme einzelner Schüler*innen der Klassen 3/4 am Mathematikunterricht der Jahrgangsstufe 5/6
- Arbeitsgemeinschaften (Naturwissenschaft, Englisch, Schach)
- Sprachförderung durch Wettbewerbe, Vorlese- und Schreibprojekte
- Kooperationen mit dem Naturpark Dahme-Heideseen, der Fahrbibliothek, der schuleigenen Bibliothek und regionalen Hochschulen
- Individuelle Projektarbeiten („Forscheraufträge“) in Absprache mit Fachlehrkräften Zielsetzung: Begabte Schüler*innen sollen ihre Potenziale ausschöpfen können.
Differenzierte Lernangebote fördern Motivation, Selbstständigkeit und Verantwortungsbewusstsein.
Literatur und Quellen
- Bildungsserver Berlin-Brandenburg (2024): Rahmenlehrpläne und Unterrichtsentwicklung.
- MBJS Brandenburg (2024): Rundschreiben 2/24 – Evaluation und Schulentwicklung.
- MBJS Brandenburg (2017): Rahmenlehrplan für die Grundschule Brandenburg.
- Brandenburgisches Schulgesetz (BbgSchulG), §§ 4, 51, 59.
- Grundschulverordnung (GsV), § 12.
- Klippert, H. (2018): Methodentraining. Differenzieren – Individualisieren – Kooperieren. Beltz, Weinheim.
- Meyer, H. (2021): UnterrichtsMethoden – Theoriebands. Cornelsen, Berlin.
